My Campus Karlsruhe
Publikation auf der Verlagsseite
Die Studie versteht sich als Beitrag zu der im weiten Forschungs- und Anwendungsbereich der Stadtsoziologie unumgänglichen interdisziplinären Zusammenarbeit von Soziologie und Stadtplanung. Die konzeptionelle Verortung in der Auseinandersetzung um den Begriff der ‚Wissensgesellschaft’ sowie eine theoretische Reflexion zu Raumwahrnehmung und Raumkonstruktion werden dabei zum Anlass genommen, um über die Wahrnehmung eines Campus durch die Kultur-‚Brille’ von Studierenden nachzudenken: Wie wird der Campus gelebt und erlebt? Mit welchen Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen treten Studierende an diesen spezifischen ‚Lernort´ heran? Was macht für sie einen Ort zu einem ‚guten’ Ort bzw. wie machen sie einen Ort zu einem ‚guten’ Ort?
Den konzeptionellen Rahmen der Studie bildet die Annahme, dass unter den Bedingungen einer ‚Wissensgesellschaft’ veränderte Anforderungen an Lernorte entstehen, die auch – oder gerade – vor dem universitären Kontext nicht Halt machen. Da Universität in der Wissensgesellschaft bislang wenig im Hinblick auf räumliche Aspekte thematisiert wird, wurde im Rahmen der Studie die raumzeitliche Nutzung des Campus Karlsruhe Süd durch die Studierenden mit Hilfe des Diary-Verfahrens (Paper-Pencil) exploriert. Dabei beruhen sämtliche Überlegungen auf einem Raumverständnis, das sich nicht in der Betrachtung des geographisch-physischen Raumes erschöpft, sondern auch den sozial konstruierten Raum und dessen vielfältige Interdependenzen mit dem physischen Raum einbezieht. Das Forschungsdesign fokussiert daher individuelle wie intersubjektiv geteilte Campuswahrnehmungen und Raumkonstruktionen, um auf der Basis der ermittelten Potenziale und Defizite der räumlichen Gegebenheiten Empfehlungen formulieren zu können.
Vor dem Hintergrund des projektierten Raumverständnisses konnten im Rahmen der explorativen Untersuchung differenzierte Ergebnisse zum einen zu divergenten Campusnutzer-Typen, zum anderen zu typenübergreifenden studentischen Bedürfnissen in Bezug auf die räumliche Situation des Campus Karlsruhe Süd andererseits gewonnen werden. Dabei sind die Bedürfnisse und Empfehlungen der Studienteilnehmer auch als aufschlussreiche Anhaltspunkte für die adäquate Gestaltung einer ‚Universität für die Wissensgesellschaft‘ zu verstehen, da diese Studierenden bereits ganz selbstverständlich unter Rahmenbedingungen leben, die sich seit den 1990er Jahren von einem vielfach propagierten Soll-Zustand immer mehr zu einem Ist-Zustand ‚Wissensgesellschaft’ entwickelt haben. Von diesen Studierenden werden schon lange eine lebenslange Lernbereitschaft und -befähigung sowie der Erwerb von Schlüsselqualifikationen erwartet, und es ist davon auszugehen, dass sie ein ‚Gespür‘ dafür entwickelt haben, wie die Lern- und Arbeitsbedingungen idealerweise beschaffen sein sollten, damit ein zur Erfüllung wissensgesellschaftlicher Anforderungen hinreichendes Wissens- und Kompetenzrepertoire erlangt und erweitert werden kann.
In diesem Sinne konnten auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse für den Campus Karlsruhe Süd planerische Handlungsempfehlungen formuliert werden. Abgerundet wurden die Ergebnisse durch die Darstellung von Best-Practice-Beispielen aus der nationalen und internationalen Hochschulplanung, in denen Aspekte und Themen bearbeitet wurden, die von den Studienteilnehmern für den Campus Karlsruhe als Problem benannt wurden.
- “Cappuccino mit Lernplatz, bitte!”: Interview mit Alexa M. Kunz zur MyCampus-Studie in clicKIT – Das Onlinemagazin für Studieren des KIT Winter 09/10.3, S. 12-13.
- Hitliste der beliebtesten Lernorte: Interview mit Alexa M. Kunz zur MyCampus-Studie. Ausgestrahlt bei Radio Regenbogen (19.01.2010).
- “My Campus”: SWR2-Interview mit Alexa M. Kunz zur MyCampus-Studie (20.11.2009).
- “Ein Feld für die Wissensgesellschaft:” Bericht zur MyCampus-Studie in KITdialog – Mitarbeitermagazin 01/2008, S.18-19.
Projektleitung
Prof. Dipl.-Ing. Kerstin Gothe (kerstin.gothe@kit.edu)
Prof. Dr. Michaela Pfadenhauer (michaela.pfadenhauer@kit.edu/ Tel. +49(0)721 608-4 5414)
Projektbearbeitung
Alexa Maria Kunz M.A. (alexa.kunz@kit.edu/ Tel. +49 (0) 721 / 608-4 5417)
Dr. Daniela Eichholz – TU Dortmund (d.eichholz@hotmail.de)
Projektlaufzeit
Februar – Oktober 2008
Projektförderung
Rektorat der Universität Karlsruhe (TH)
House of Competence (HoC)
Projektstandort
Lehrstuhl für Orts-, Regional- und Landesplanung
Fachbereich Regionalplanung und Bauen im Ländlichen Raum
Universität Karlsruhe / Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
76128 Karlsruhe
Publikation








